Verdauungsfördernde Gewürze im Ayurveda spielen eine zentrale Rolle für ein starkes Agni – das innere Verdauungsfeuer. Sie unterstützen den Stoffwechsel, harmonisieren die Doshas und fördern natürliche Gesundheit und Wohlbefinden.
Muskatnuss (Myristica fragrans)
Verwendete Pflanzenteile:
Samen (Nuss) und Samenmantel
Der Samenmantel der Muskatnuss wird getrocknet als Muskatblüte angeboten, obwohl sie gar keine Blüte ist. Die „Muskatblüte“ hat ein sehr feines Aroma.
Dass die Muskatnuss auch Heilwirkungen hat, ist im Westen fast in Vergessenheit geraten. In Asien ist die Muskatnuss jedoch eine wichtige Heilpflanze zur Stärkung von Nerven und Verdauung. In Europa wurde die Muskatnuss im Mittelalter als Heilpflanze sehr geschätzt.
Heilwirkung:
Muskatnuss ist mit das beste Gewürze, um Nerven und Geist zu beruhigen. Ihre Inhaltsstoffe Safrol, Elemicin und Myristicin haben nachweislich bewusstseinserweiternde Wirkung und so fördert die Muskatnuss die Intensität und Farbigkeit unserer Träume und lässt tief in unser Unterbewusstsein blicken.
Muskatnuss reduziert übermäßiges Vata im Darm. Zusammen mit Kardamom und Ingwer verbessert es die Absorption, vor allem im Dünndarm. Muskatnuss entkrampft bei Blähungen und wirkt gegen Infektionen mit Durchfall. Muskatnuss soll Leber- und Gallenfunktion unterstützen.
Am besten wird die Muskatnuss frisch gerieben und dem Essen sparsam als Gewürz beigegeben. Nicht überdosieren!
Muskatnuss-Milch:
Man kann die geriebene Muskatnuss in Milch aufkochen. Vor dem Schlafengehen eine Messerspitze geriebener Muskat in ½ Tasse warmer Milch genommen, fördert einen ruhigen und tiefen Schlaf.
Asafoetida (Ferula assa-foetida)
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzelsaft
Asafoetida, auch bekannt als Asant, ist ein kraftvolles Heilkraut aus der ayurvedischen Medizin. Es wird traditionell als Verdauungshilfe.
Asafoetida riecht stark nach Knoblauch, allerdings verfliegt der Duft beim Kochen und verwandelt sich in ein angenehmes bitter-scharfes Knoblauch-Aroma. Das Gewürz ist daher eine gute Alternative für Menschen, die zwar den Geschmack von Zwiebeln und Knoblauch lieben, diese aber nicht so gut vertragen.
Heilwirkung:
Asafoetida wirkt entblähend, indem es die Verdauung fördert und Magenkrämpfe lindert. Zudem ist es bekannt für seine antimikrobiellen Eigenschaften, die das Immunsystem unterstützen. Er unterstützt außerdem bei Epilepsie, Asthma, Husten und inneren Geschwüren.
Asafoetida ist wohl das wirksamste Mittel, um das Verdauungsfeuer (Agni) anzuregen.
In der ayurvedischen Küche wird Asafoetida häufig als Gewürz verwendet, um den Geschmack von Speisen zu verstärken und gleichzeitig die Verdauung zu erleichtern.
Besonders Menschen, die Schwierigkeiten mit Vata-bedingten Verdauungsproblemen wie Blähungen und Verstopfung haben, profitieren von Asafoetida.
Verdauungsfördernder Trunk:
¼ Std. vor dem Essen 1 Glas Wasser, eine Msp. Asafoetida, ein kleines Stück Ingwer fein gerieben, etwas Steinsalz
Kardamom (Elettaria cardamomun)
Verwendete Pflanzenteile:
Samen
Kardamom ist wohl das verträglichste verdauungsfördernde Gewürz.
Heilwirkung:Er regt die Milz an, verstärkt Agni und entfernt Kapha aus dem Magen. Dieses Gewürz regt Geist und Herz an, unterstützt Klarheit und Freude. Kardamom neutralisiert die schleimbildende Wirkung der Milch, d.h. die kapha-erzeugende Wirkung der Milch wird mit Kardamom reduziert. Dieses Gewürz bewirkt die Reduzierung der negativen Wirkung von Kaffee auf die Magenschleimhaut und unterstützt die positive Wirkung von Kaffee auf die Erhöhung des Blutdrucks.
Kardamom öffnet den Fluss von Prana im Körper, da es sattwischer Natur ist.
Kardamom ist ein gutes Mittel bei nervösen Verdauungsstörungen der Kinder.
Hilft bei Erbrechen und saurem Aufstoßen.
Kardamom entfaltet seine gesundheitsfördernde Wirkung in Speisen oder besonders intensiv als Tee.
Kardamom-Tee:
Er beruhigt und stärkt den Magen, wirkt verdauungsfördernd und vertreibt Blähungen. Die Kardamomkapseln einfach mit heißem Wasser überbrühen. Nach Geschmack kann man noch eine Handvoll Kräuter hinzugeben, z.B. Süßholz, Ringelblume und Pfefferminze.
Grüner Tee mit etwas Kardamom hat ein sehr angenehmes Aroma.
Kardamom lindert auch Erkältungsbeschwerden und soll sogar die Stimmung heben. Außerdem wirkt er, wie fast alle Gewürze, als Aphrodisiakum. Den Tee zugedeckt fünf Minuten ziehen lassen, damit die heilkräftigen ätherischen Öle ihre ganze wohltuende Wirkung entfalten können.
Gekaute Kardamomsamen erfrischen den Atmen und wirken hervorragend gegen eine Knoblauch- und Alkoholfahne.
Kurkuma (Curcuma longa)
Verwendete Pfanzenteile:
Rhizom
Das Gewürz „Kurkuma“ hat auch den Beinamen „Indischer Safran“ erhalten. Tumerik und Gelbwurzpulver sind weitere Namen.
Heilwirkung:
Kurkuma wirkt anregend auf die Magensaftproduktion. Die in einigen Curcuma-Arten enthaltenen gelben Pigmente, allen voran Curcumin, haben u.a. krebshemmende, antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen. Kurkuma regt dieProduktion von Gallensaft an – unterstützt somit die Fettverdauung. Druck- und Völlegefühl nach fettreichen, „schweren“ Mahlzeiten werden so geringer. Die ätherischen Öle des Gewürzes wirken zudem beruhigend und krampflösend auf die Muskulatur von Magen und Darm. Blähbauch oder Unwohlsein verschwinden. Kurkuma unterstützt auch die Eiweißverdauung und fördert ganz allgemein den Stoffwechsel.
Zudem wirkt Kurkuma immunstimulierend, entzündungshemmend und cholesterinsenkend. Kurkuma ist ein sehr gutes, natürliches Antibiotikum mit blutreinigender Wirkung. Reinigt auch die Kanäle des subtilen Körpers. Curcumin hemmt die Synthese der entzündungsauslösenden Prostaglandine, dadurch bewirkt es eine Verbesserung von Gelenkschwellung und Morgensteifigkeit der Gelenke. Fördert die Elastizität der Bänder. Als natürliches Antioxidationsmittel verhindert es den Verderb von Lebensmitteln durch Mikroorganismen.
Auch im menschlichen Körper wirkt das Gewürz als Antioxidans, indem sog. freie Radikale (aggressive Sauerstoffmoleküle) neutralisiert werden. Äußerlich kann Gelbwurz mit Honig gemischt als Paste auf Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen aufgetragen werden. Als Gesichtsmaske (mit Milch angerührt) beruhigt es die Haut, reduziert Rötungen.
Curcumin hat keinerlei bekannte Nebenwirkungen. Selbst bei hohen Dosierungen wie 8-10 Gramm Gewürz pro Tag (entspricht 200 Gramm Kurkumawurzel) wurden keinerlei negative Auswirkungen beobachtet – wie auch der jahrtausendelange, intensive Gebrauch des Gewürzes in Indien bestätigt.
In Indien wird Kurkuma seit Jahrtausenden verwendet. Die Pflanze galt als heilig und gehörte bereits damals zu den wichtigsten Gewürzen.
In der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda wird es zu den „heißen“ Gewürzen gerechnet, denen eine reinigende und energiespendende Wirkung zugesprochen wird.
Kurkuma sollte dunkel gelagert werden, da die Farbe bei Licht schnell verblasst und es an Aroma verliert. Frisch hat der Wurzelstock einen harzigen, leicht brennenden Geschmack, getrocknet schmeckt er mildwürzig und etwas bitter.
Ingwer (Zingiber officinale Roscoe)
Verwendete Pflanzenteile:
Rhizom
Das Gewürz „Ingwer“ kann frisch oder als getrockneter Ingwer verwendet werden
Heilwirkung:
Vermehrt Agni und reduziert Kapha, hilft bei Blähungen und Krämpfen. Frischer Ingwer wirkt etwas milder.
Ingwer regt die Durchblutung, die Galle, die Speichel- und Magensaftbildung an. Die Knolle hilft zudem bei der Verdauung und beugt dem Völlegefühl vor. Die Scharfstoffe im Ingwer wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Er kann sogar die Vermehrung von Krankheitserregern im Körper verhindern.
Im Ayurveda aber auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gilt Ingwer seit Jahrhunderten als den Körper von Innen wärmendem Heilmittel. Es wird gegen Erkältungskrankheiten, Schmerzen und auch gegen Übelkeit und Reisekrankheit oder Migräne eingesetzt.
Er ist nicht nur Teil vieler ayurvedischer Rezepte, sondern auch ein echter Geheimtipp für den in Indien so beliebten Chai, einen Schwarztee mit Milch und Honig/Zucker. Der mitgekochte Ingwer verleiht dem Tee ein ganz besonderes Aroma.
Ashwagandha (Withania somnifera)
Verwendete Pflanzenteile:
Rhizom
Das Gewürz „Ashwagandha“, auch als „Winterkirsche“ oder „Indischer Ginseng“ bekannt, ist eines der wichtigsten Kräuter in der ayurvedischen Medizin und wird seit über 3.000 Jahren verwendet. Es gilt als ein kraftvolles Adaptogen, das den Körper dabei unterstützt, sich an Stress anzupassen und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.
Heilwirkung:
Stressreduktion und Angstlinderung, Ashwagandha ist bekannt für seine beruhigenden Eigenschaften. Es hilft, den Cortisolspiegel (das Stresshormon) zu senken und kann somit zur Linderung von Stress und Angst beitragen.
Stärkung des Immunsystems:
Als adaptogenes Kraut unterstützt Ashwagandha die Regulierung des Immunsystems und hilft dem Körper, besser auf äußere Belastungen wie Krankheiten und Stress zu reagieren.
Förderung der geistigen Klarheit: Ashwagandha verbessert die Konzentration, Gedächtnisleistung und allgemeine kognitive Funktionen. Es wird traditionell verwendet, um mentale Erschöpfung und Konzentrationsprobleme zu lindern.
Dieses Kraut unterstützt den Energieaufbau und fördert die körperliche Ausdauer, indem es den Hormonhaushalt reguliert und den Körper nährt.
Ashwagandha hat beruhigende Eigenschaften und kann den Schlafzyklus verbessern, was es besonders nützlich für Menschen mit Schlafproblemen oder Schlaflosigkeit macht.
Es hilft, den Hormonspiegel auszugleichen, insbesondere bei Frauen, die an hormonellen Ungleichgewichten oder Wechseljahrsbeschwerden leiden.
Anwendung:
Ashwagandha kann in Form von Pulver, Kapseln oder Tee eingenommen werden. Im Ayurveda wird es oft in Milch oder Ghee eingerührt und vor dem Schlafen verabreicht, um eine beruhigende Wirkung zu erzielen.
Ashwagandha ist ein wahrer Allrounder im Ayurveda und wird vor allem für seine Fähigkeit geschätzt, den Körper zu stärken, den Geist zu beruhigen und das innere Gleichgewicht zu fördern.
Safran (Crocus Satvius)
Verwendete Pflanzenteile:
Blüte (Narben)
Aus der Blüte schauen drei aromatisch duftende orange-rote Stempelfäden, die als Gewürze oder Färbmittel (Safran ist ein sehr starkes Färbmittel. Für die Färbung von 3 Liter Wasser würden schon zwei trockene Stempelfäden reichen) benutzt werden.
Safran war und ist ein kostbares Gewürz, denn von Hand müssen für 1 Kilogramm Gewürz 100.000 bis 200.000 Blüten abgesammelt werden. Jede Blüte hat drei Narben. Es gibt verschiedene Qualitäten im Handel: den elegierten Safran, der nur aus Narben besteht, und den naturellen Safran, der zu den Narben auch Griffelreste beinhaltet. Der Welthandel schlägt jedes Jahr mehrere tausend Pfund um, dafür werden sehr viele Blüten benötigt. Safran wird wegen seiner Kostbarkeit und Seltenheit häufig verfälscht. Safran wird aufgrund seines Preises nur in kleinen Mengen gehandelt, 2 Gramm sind bereits eine große Menge.
Heilwirkung:
Safran ist ein stark wirksames Mittel, um das Blut, den Kreislauf und den Stoffwechsel ganz allgemein revitalisiert. Im Ayurveda wird er als das beste Anregungsmittel angesehen, besonders für Frauen. Er gehört zu den besten Gewürzen, die die Tätigkeit der Leber und der Milz regulieren. Bereits kleine Mengen verstärken die Wirkung anderer Heilpflanzen und fördern den Gewebeaufbau im ganzen Körper. Safran hat eine wohltuende Wirkung auf das Gedächtnis und verbessert die Arbeit der Sinnesorgane . Safran fördert auch die Zellstoffarbeit in den tieferen Geweben. Man nimmt Safran zur Magenstärkung, zur Appetitverbesserung, bei Leberkrankheiten.
Chili (Capsicum Annuum)
Verwendete Pflanzenteile:
Schote
Essen und gleichzeitig abnehmen? Die Chilischote macht’s möglich. Ihre schweißtreibende Schärfe regt den Stoffwechsel an und steigert den Kalorienverbrauch.
Entweder man liebt oder hasst sie, die Chilischote. Die einen können nicht genug von der scharfen Schote bekommen, die anderen ringen bereits nach dem ersten Bissen nach Luft. Das scharfe Gewürz heizt dem Stoffwechsel ein, baut Fettzellen ab und verbrennt zusätzliche Kalorien.
Heilwirkung:
Capsacin ist der scharfe Stoff der Chilischote. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass er die Wärmeproduktion im Körper um 25 % ansteigen lässt. Das Kreislaufsystem wird angekurbelt und der Körper ist gezwungen, die Körperhitze auszugleichen. Er beginnt zu schwitzen. Körper und Stoffwechsel beginnen zu arbeiten und verbrauchen Energie. Capsacin kurbelt nicht nur den Stoffwechsel an, es baut Fettzellen nachhaltig ab. Die natürliche Schärfe bringt Magen und Darm in Schwung und sorgt für eine bessere Verdauung. Positiver Nebeneffekt: Durch seine Schärfe können sich schädliche Bakterien nicht im Verdauungstrakt vermehren.
Koriander (Coriandrum satvium)
Verwendete Pflanzenteile:
Samen & Blätter
Koriander, auch indische Petersilie genannt, wird in der Ayurvedischen Medizin bei allen Beschwerden des Verdauungstraktes eingesetzt.
Heilwirkung:
Koriandertee wirkt verdauungsfördernd und lindert krampfartige Magen- und Darmbeschwerden.
Das Anwendungsgebiet reicht von Appetitlosigkeit und Magenschmerzen über Durchfall, Blähungen und Völlegefühl bis zum Reizdarmsyndrom (RDS). Korianderöl wird zum Einreiben bei Rheuma und Gelenkschmerzen eingesetzt. Als Paste kann Koriander die Wundheilung der Haut und der Schleimhäute unterstützen sowie gegen Fußpilz und chronische Hautekzeme wirken.
Neben Dodecenal, Dodecanal und Linalool können etwa ein Dutzend weitere antibiotisch wirkende Komponenten aus den Blättern des Koriander gewonnen werden. Er kann somit als natürliches Antibiotikum eingesetzt werden.
Koriander Tee:
Übergießen Sie frische Blätter oder einen halben Teelöffel der Samen mit 150 ml heißem Wasser und lassen Sie den Aufguss 15 Minuten ziehen.