Veit & Stefanas Ayurvedakur-Erfahrungsbericht:

Zurück in der extrem eisigen, winterlichen Kälte spüren wir es ganz deutlich: der Körper ist locker, entspannt und lässt sich nicht so leicht von neckischen Viren oder Erkältungssymptomen beeindrucken. Ein Anflug von Halsweh und Schnupfen wird gleich am dritten Tag nach unserer Rückkehr mit ein paar mitgebrachten Öltropfen zur Nasyam-Behandlung vertrieben. Die sonst übliche Wintermüdigkeit hat sich noch nicht durchsetzen können. Und wir sind zuversichtlich, dass uns dieser Zustand auch locker über das sehnsüchtig erwartete Frühjahr bringen wird … 

Die drei Behandlungswochen im Haus Arnika in der Abgeschiedenheit einer Wohngegend inmitten eines Palmenhains am Rande von Trivandrum vergingen wie im Flug. Und es war gut, sich ohne viele Ablenkungsmöglichkeiten, ganz auf das Treatment konzentrieren zu können. Bereits kleinere Spaziergänge in die Umgebung konnten je nach Tagesform anstrengen, ganz zu schweigen von gelegentlichen Fahrten in die Hauptstadt Keralas. 

Warmes Öl: Pizhichil und Kräuterdampfbad 

Das nachmittägliche Kräuterdampfbad in der ersten Woche, bei dem sich der Schweiß regelrecht durch eine Ölschicht auf der Haut kämpfen muss, kann einem da schon mal den Rest geben – und das auch einem begeistertem, trainierten Saunagänger! 

Überhaupt ist warmes Öl auf den Körper nicht unbedingt jedermanns Sache: auch wenn viele, wie auch Stefana, von der ayurvedischen Königsdisziplin schwärmen, dem Pizhichil, der Synchron-Massage mit warmem Kräuteröl, das in der letzten Woche täglich verabreicht wird. Es kann einem auch mal zu viel werden. Besonders angenehm ist diese Behandlung in den frühen, kühlen Morgenstunden. 

Kräuterbeutelmassage und Stirnguss 

Ganz anders ist die Massagen mit heißen Kräuterbeuteln, dem Elakizhi, in der zweiten Woche. Hier spürt man regelrecht, wie sich die Ablagerungen nach und nach im Körper lösen – was auch sonst, bei so vielen gezielten Schlägen! 

Da wirkt der Stirnguss – Shirodhara – dann wieder versöhnlich: behutsam wird ein Strahl mit warmem Kräuteröl etwa 30 Minuten lang ununterbrochen auf der Stirn hin und her bewegt. Wer da nicht ruhig wird und vielleicht sogar wegtritt, dem ist wahrscheinlich sowieso nicht mehr zu helfen. 

Kreuz- und Nackenschmerzen ausgeblieben! 

Wirkungsvoll sind auch die gezielten Behandlungen mit warmem Kräuteröl (Kativasthi) an Kreuz oder Nacken. Hier wird das Öl in einen auf die zu behandelnde Stelle gelegten Teigrand gleichmäßig warm gehalten und kann so cirka 30 Minuten auf die Schwachstelle wirken. – Und siehe da: Kreuz- und Nackenschmerzen sind seit unserer Rückkehr, trotz Kälte, ausgeblieben. 

Unbedingt zu empfehlen ist das Nasyam: Gesichtsmassage, Tropfen in die Nase und Inhalieren und Gurgeln mit Kräutern bewirken die Loslösung allerhand Schleimstoffe im gesamten Kopfbereich. Unter erheblicher Anstrengung und Geräuschentwicklung landen diese schließlich in einem Spucknapf. Diese Prozedur kann bis zu eineinhalb Stunden dauern. Danach fühlt man sich aber umso befreiter. 

Vom Ballast befreit 

Insgesamt haben drei Wochen Behandlung den Körper von Ballast befreit, aber auch ganz schön belastet. Insbesondere die Ausleittage nach jeweils sieben Tagen. Direkt danach sollte man Anstrengungen vermeiden, und nicht so wie wir, gleich am nächsten Tag eine Exkursion nach Kanyakumari machen. Der Körper braucht unbedingt eine gewisse Zeit der Ruhe und des Ausklangs, bevor ihn wieder der gewohnte Alltag packt – und allemal der Alltag zuhause! 

Der familiäre Rahmen, die entspannte Atmosphäre, die schmackhafte und vielfältige ayurvedische Verpflegung und nicht zuletzt die liebevolle und professionelle Art der Betreuung und Behandlung trugen allesamt mit zum Erfolg unseres Kuraufenthaltes bei. 

Veit und Stefana