Achim berichtet über Ayurveda intensiv:

Meine Reise führte mich direkt aus dem hektischen, deutschen Büro Alltag auf den grünen Subkontinent. Zwei Tage zuvor war ich erst von einem Geschäftstreffen aus Japan zurückgekehrt und dementsprechend unruhig fühlte ich mich. In meinem Kopf kreisten tausend Gedanken. Ich war froh zuerst eine Woche in Puna zu verbringen, um zu entschleunigen und mich an das neue, fremde Land mit seinen Bewohnern und Bräuchen zu gewöhnen. Als ich dann in Trivandrum ankam, hatte ich mich schon in das Land verliebt und war gespannt darauf, was mich die nächsten Tage erwarten würde. 

Im Hause Arnika angekommen wurde ich von Heidi, Tayakumar und dem Personal herzlich empfangen und fühlte mich sofort sehr wohl. Wie sich herausstellen sollte, gehören die Herzlichkeit und Fürsorge zum guten Ton des Hauses – ohne Aufpreis natürlich. Bereits am selben Tag erschien der sympathische Ayurveda Arzt zur Diagnose und legte die Dosierung der pflanzlichen Medikamente und der Anwendungen für die nächsten Tage fest. Er erschien immer wieder in regelmäßigen Abständen oder nach Bedarf, um mich zu untersuchen und die Dosierung der Medikamente neu festzulegen. 

Beim ersten Abendessen lernte ich dann die anderen 6 Gäste kennen von denen 5 noch in der gleichen Nacht ihre Heimreise nach Europa antraten. Somit leistete mir für die nächsten 9 Tage eine Frau aus der Schweiz Gesellschaft und danach kam ich in die luxuriöse Situation 10 Tage der einzige Gast zu sein. Dies kam meinem Wunsch nach Entspannung und Ruhe natürlich sehr entgegen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt all das nebensächlich, da ich meine gesamte Aufmerksamkeit auf das so leckere Abendessen gerichtet hatte. Und auch die nächsten Tage präsentierte sich die vegetarische, keralesiche Küche immer wieder von ihrer leckersten Seite – morgens, mittags und abends. 

Intensive Behandlungen und essen, lesen, schlafen 

Gleich der darauffolgende Tag begann morgens mit einer Ganzkörperölmassage und nachmittags wurde ich nach der Ölmassage noch in die Schwitzbox gesetzt. Unmittelbar nach der jeweiligen Anwendung folgte immer eine Ruhepause im Liegestuhl auf der Dachterrasse mit herrlichem Blick in den Kokospalmen Urwald. Dazwischen bestand mein Tageswerk aus Essen, Lesen und Schlafen. Gerade beim letzteren Punkt hatte ich den Eindruck den versäumten Schlaf der letzten Jahre nachzuholen. Herrlich! 

Die Massagen selbst wurden mit aufwendig zubereiteten Kräuteröle und von fachkundiger Hand ausgeführt. Schnell wurde mir klar, dass durch die entspannende Wirkung der Massagen die unterdrückten Emotionen und Gefühle der letzten Jahre sich ihren Weg an die Oberfläche bahnten. So kam es, dass ich entweder vor Wut bebend, den Tränen nahe oder einfach nur entspannt mit einem Lächeln auf dem Massagetisch lag. 

Dieser Abschnitt von Anwendungen dauerte 7 Tage und wurde mit einem Ausleitungstag beendet. Beim therapeutischen Abführen merkte ich, wie neben den physischen Ausscheidungen von Giftstoffen und Schlacken auch die unverdauten Gefühle und Emotionen mit ausgeschwemmt wurden. Am nächsten Tag fühlte ich mich leicht und unbeschwert. Ich war heiter und gut gelaunt und das Gefühl in meinem Leben ein Schritt weiter gekommen zu sein, machte sich breit. 

Die Behandlung wurde darauf mit neuen Anwendungen fortgesetzt, die wieder ihren Abschluss in einem Ausleitungstag fanden. In den 23 Tagen der Pancha Karma durchlief ich somit 3 Zyklen. Die Anwendungen selbst dauerten jeweils mindestens eine Stunde und die unterschiedlichen Techniken erreichten mich auf einer immer tiefgreifenderen Ebene. Der krönende Abschluss stellte dann in den letzten 4 Tagen der königliche Sirodhara da. Eine Form der Entspannung, wie ich sie zuvor noch nicht erfahren hatte. 

Eine Oase der Entspannung 

Der Prozess wurde dabei angenehm von der ruhigen Lage des Hauses inmitten grüner Kokospalmen und weit weg von der Hektik und des Lärmes einer indischen Stadt unterstützt. Bereits vor Sonnenaufgang drang von dem umliegenden Tempel sphärische Musik und Mantra Gesänge durch den Urwald, die mich gerade zu aufforderten meinen Blick nach Innen zu richten und die Zeit zu nutzen, mich mit mir selbst auseinander zu setzten. Dabei fand ich viele Antworten auf meine Fragen in mir selbst, einem der zahlreich vorhandenen Bücher im Haus und bei Heidi, die nicht zuletzt durch ihre eigene jahrelange therapeutische Tätigkeit über einen enormen Erfahrungsschatz verfügt. 

All meine Wünsche und Bedürfnisse fanden stets ein offenes Ohr und wurden schnellstmöglich berücksichtigt. Somit wurde für mich das Haus Arnika zu einer Oase der Entspannung, Rückbesinnung und Transformation. 

Pancha Karma: kein Spaziergang 

Eines möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. Eine Pancha Karma Kur über solch einen Zeitraum ist keinen Spaziergang und nicht mit einem Wellness Wochenende zu vergleichen. Die Reinigung und Entgiftung vollzieht sich sowohl auf körperlicher wie auch mentaler Ebene und verlangt die Bereitschaft, an sich selbst eine Veränderung vornehmen zu wollen. Dazu gehören auch die Bereiche, die viele von uns so erfolgreich ihr ganzes Leben ausgeblendet haben. 

Mir wurde mit auf den Weg gegeben, dass die durchschlagende Wirkung erst einen Monat später richtig spürbar sein werde. Genau nach 29 Tage hatte ich den Tag meines Lebens. Mein Körper sprühte vor Energie, ich fühlte mich zentriert und ausgeglichen, meine Augen leuchteten und ich empfand mein Leben als ein einziges großes Geschenk. Auch meinen Freunden und meiner Familie entging die Veränderung nicht und ich bekam von allen Seiten positive Rückmeldung. Seit der Pancha Karma ist für mich ein neuer Abschnitt meiner Reise angebrochen. 

Dafür möchte ich Danke sagen – Heidi, Tayakumar und allen, die meinen Aufenthalt im Haus Arnika mit begleitet haben. 

Licht & Liebe Achim