Ayurveda im Haus Arnika – eine Reise, die sich gelohnt hat

Ich möchte im Vorfeld anmerken, dass ich vor knapp 20 Jahren eine Ausbildung zur Ayurvdatherapeutin gemacht und fünf Jahre eine kleine Ayurvedapraxis geführt habe. Mein Mann hat schon einige Ayurvedakuren in Deutschland und dem europäischen Ausland gemacht – d.h., wir beide wissen um die Möglichkeiten
und die Kraft dieser alten indischen Heilkunst.

Als wir uns im Februar recht spontan für eine Kur in Indien entschlossen,  hatte mein Mann eine dreiwöchige hochdosierte Antibiotikakur hinter sich, die erfolglos gegen eine Entzündung, die von einer Borreliose herrühren sollte, eingesetzt worden war. Er vertraute auf seine guten Erfahrungen, ich wollte eine Kur im Ursprungsland und landete bei meiner Suche im Internet  in Heidis Blog und somit dann auf ihrer Seite.

Das sprach uns doch sehr an:  Südindien, Privathaus und kein Resort, individuelle Betreuung, zwei Behandlungen pro Tag, eine deutsche Ansprechpartnerin mit  Erfahrung und Kompetenz, Behandlung auf einer Dachterrasse, ein reeller Preis….

Wie zuhause – trotz der Eigenheiten indischen Lebens

Am 10. März landeten wir in Trivandrum und Taya nahm uns trotz unserer vierstündigen Verspätung mit strahlendem Lächeln in Empfang. Welch ein Erlebnis, die Fahrt mit dem Taxi, dieser unglaubliche Verkehr, das Durcheinander von Tuk-tuks, Mopeds, Autos, Bussen und wie entspannt und ruhig es wurde, je näher wir unserem Ziel, dem Haus Arnika, kamen.

Wir fühlten uns schnell wie zuhause. Das Zimmer war gemütlich, nicht europäischer Standard, aber wir waren ja auch in Indien, und das Bücherregal bot alles, was das Herz begehrt.

Dass sich die umliegenden Tempel gegenseitig Konkurrenz machten und uns mit unterschiedlichen Gesängen und Gebeten beschallten, lernten wir als eine Eigenheit des indischen Lebens kennen und ertragen und vermissten es in den ersten Tagen der heimatlichen Stille.

Und dann gings ans Eingemachte…

Das Essen, das wir im Erdgeschoss auf der überdachten Terrasse einnahmen, war lecker, indisch vegetarisch und inspirierte zum Nachkochen, und Shoba, die Köchin, erfüllte  gern mal einen Essenswunsch.
Der kompetente ayurvedische Arzt, der am Ankunftstag abends kam, machte eine gründliche Anamnese und entwarf einen Therapieplan für die erste Woche, dann gings ans Eingemachte.

Mein Mann verspürte schon nach den ersten Massagen so starke Linderung seiner Schmerzen, dass er keine Schmerztabletten mehr brauchte, während bei mir erst mal eine alte, fast vergessene Rheumageschichte wieder aufflammte und mir nachts den Schlaf raubte. Tara, die wunderbare und sehr erfahrene Therapeutin, vertrieb den Spuk mit einem täglichen Ölbad über dem Nervengeflecht meines unteren Rückens, dem Khadivasti.

Das Wunder, das wir erhofft hatten

Sudhakaran, der Therapeut meines Mannes, vollbrachte mit viel Einfühlungsvermögen und Können, guten Ölen und aufmunternden Worten das Wunder, das wir uns so sehr erhofft hatten. Die schmerzhaft verspannten Sehnen und Muskeln, die fast ein Jahr allen Bemühungen von Physiotherapeuten und Osteopathen getrotzt hatten, gaben nach, wurden geschmeidig und weich, schmerzten nicht mehr.

Nach der ersten Behandlungswoche gab es dann den ersten Abführtag, wo mit frühmorgendlich eingenommenem Rizinus-Kräuteröl die duch die Massagen gelösten Schlackstoffe über den Darm entfernt werden.
Die an diesemTag verordnete leichte Kost trug sicher dazu bei, den ersten Erfolg auf der Waage anzuzeigen.

Der zweite Behandlungszyklus, der wieder mit einem Abführtag endete, wurde besonders durch den anstrengenden, aber sehr effektiven Schwitzkasten geprägt, der die Ausscheidung über die Haut förderte, der dritte Teil war reines Wohlbefinden mit Stirngüssen und Synchronmassagen, die die in Gang gesetzten Prozesse stabilisierten und heilten.

Zu den äusserlichen Therapien gab es noch ayurvedische Medizin zum Einnehmen, die immer wieder vom Arzt angeglichen wurden und die wir tapfer schluckten, auch wenn sie nicht gerade unserem Gaumen schmeichelten. Doch schon früher wurde uns als Kindern gesagt, dass die bittere Medizin am besten helfe. So war’s wohl, denn wir fühlten uns von Tag zu Tag besser, wurden unternehmungslustig. Mein Mann, schmerzfrei wie schon lange nicht mehr, genoss die Ausflüge in die Stadt oder an den Strand, und als wir uns nach 24 Therapietagen vom Haus Arnika verabschiedeten, taten wir das mit viel Dankbarkeit im Herzen.

Das nette Hauspersonal, die guten Therapeuten wie Tara und Sudhakaran, die stets hilfsbereiten Heidi und Taya, die mit ihrer unaufdringlichen Freundlichkeit, Kompetenz und Informationsfreude den Aufenthalt zu einem Erlebnis und Erfolg machten, der in einem größeren Ressort so nicht möglich gewesen wäre.

Wieder zuhause

Nun sind wir schon über sechs Wochen wieder zu Hause. Meine Gelenkschmerzen haben sich im kühleren Klima wieder eingestellt, aber es ist eine Arthrose in den Fingergelenken, die mir schon seit fast 15 Jahren Probleme macht, da kann man keine Wunder erwarten. Aber meine unruhigen Beine, restless legs, sind weiterhin verschwunden, mein Gewicht habe ich gehalten und ich bin immer noch voll Tatendrang und beständiger Schaffenskraft, wie das vorher nicht der Fall war.

Mein Mann ist weiterhin fast schmerzfrei, nur wenn er es im Garten übertreibt oder sich bei seinen sportlichen Aktivitäten zu viel zutraut, hat er mal kurzfristig Beschwerden.

Wir haben unser Essen weitgehend auf Ayurveda umgestellt, essen mit viel Gewürzen, Kräutern und Gemüsen, aber wir trinken auch mal ein Bierchen oder essen, wenn auch ganz selten, Fisch oder ein bisschen Geflügel.

Unsere Kur war wirklich erfolgreich, und wir kommen sicher wieder, wenn eine Gesundheitskur ansteht, bzw. empfehlen gerne dieses kleine aber feine Ayurveda-Kurhaus.

Brigitte und Bernd
März/April 2014

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