Haus Arnika: eine Zeit zum Innehalten

Drei Wochen Ayurveda-Kur in Trivandrum, Kerala

Vorgeschichte: Sechs Jahre volles Programm: Arbeiten, studieren, Aufbau meiner Praxis, Kinder, Haus und Garten, Hunde, Engagement im sozialkulturellen Bereich – ein Marathon!

Resultat: Totale Erschöpfung mit der Unfähigkeit zur Ruhe zu kommen. Langsames jedoch stetes ansteigen meines Körpergewichtes infolge Stress. („Ein Hamster im Hamsterrad“)

Ziel: Planen eines Time-outs mit dem Schwerpunkt ICH! Mein Studium ist zu 75% abgeschlossen, meine Hunde haben eine andere Sphäre aufgesucht, meine Kinder beschreiten langsam eigene Wege! Somit ist der Zeitpunkt richtig neu weiter zu gehen.

In Kerala

Besprechung mit dem Doc. Für mich und meine Eitelkeit war natürlich das Gewicht im Fordergrund hier sollte der Start für mein Ziel -10 kg von statten gehen! Ich wusste jedoch genau dass mein Marathon die Ursache für das ganze Dilemma war und ich jetzt hier als erste Priorität meine Nierenenergie nähren und aufbauen musste/sollte/wollte!! (Kurz zum mir, ich studiere noch med. Qigong, ein Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin) Somit war mir der Aufbau meiner Essenz auch von grösster Wichtigkeit.)

Kommpromiss: Doc – gut: – yes! Ich bekam in der ersten Woche für sechs Tage eine Pulvermassage. Danke Heidi für dein nachdrückliches „can we do something for the weight!“ oder so. Bitte verzeih wenn ich es nicht mehr Wort wörtlich wiedergeben kann. In der ersten Woche habe ich dadurch drei Kilo verloren. Ich jubelte und begann zu kalkulieren!!

Fazit in der Reflektion: Ich war total auf der körperlichen Ebene. Hopp, wir machen was, runter mit den Kilos! Auch meine Energie war voll auf Erfolg ausgerichtet.

In den nächsten zehn Tagen bekam ich morgens eine Ölmassage/Stempelmassage und nachmittags Kativasthi (Teigring mit warmem Öl). Nach dem ersten Kativasthi merkte ich wie wohltuend diese Behandlung war. Am nächsten Tag bat ich Tara, meine Nierenpunkte mit einzubeziehen. Was sie sehr gerne machte. Nach ca. fünf Behandlungen spürte ich den ganzen Verlauf des Blasenmeridians an meinen Beinen. Ich war total begeistert.

Zudem hat sich ein langjähriger lähmender Schmerz in meinem Bein, welcher sich bei langem Sitzen bemerkbar machte, in Luft aufgelöst. Auch dies war ein Zeichen der schwachen Nierenenergie. Tara bezog mit mir weitere für mich wichtige Shu-Punkte am Rücken mit ein. Fazit in der Reflektion: Ich begann mich auf innere Prozess einzustellen, begann zu beobachten und wahrzunehmen. Das bestreben einfach ein Ziel zu erreichten verliess mich.

Die letzten vier Tage bekam ich morgens das Pizhichil und nachmittags den Stringuss. Das Pizhichil – WOW – mir fehlen die Worte – GÖTTLICH! Der Stirnguss, von dem alle so schwärmen, war für mich wohl entspannend, wobei für mich das Pizhichil alles übertraf.
Fazit in der Reflektion: Ich konnte einfach nur loslassen! Diese Entspannung dehnte sich auf jede Zelle in meinem Körper aus. Ich ließ mich bedingungslos auf den Moment ein. Diese Erfahrung und dieses Gefühl nehme ich für das QiGong mit. Jetzt weiss ich wie das entsteht.

Kurz und bündig: von aussen nach innen, von grob zu fein, vom funktionieren zum entstehen.

Wieder zu Hause

Ich brauchte einige Tage bis ich mich wieder ganz zu Hause fühlte. Irgendwie überforderte mich der Gedanke an den Alltag mit all seinen Verpflichtungen. Zum Glück habe ich noch etwas Ferien. Nach einer anfänglichen Lustlosig- und Müdigkeit, auf die ich mich einfach einlassen konnte, fühle ich mich heute wunderbar erholt und gestärkt. Im Moment ist es so, als könnte mich nichts auf der Welt aus meiner Ruhe bringen. Das Rastlose ist verschwunden mein Kopf fühlt sich leicht an und ich schlafe herrlich. Ich habe Zeit inne zu halten und wahrzunehmen. Mein Umfeld wirkt auf mich stark gehetzt, nach aussen gerichtet und auch irgendwie ein wenig verloren. Ich hoffe, dass ich mir einen Teil meiner neu gefunden Gelassenheit bewahren kann. Und – ich habe bis heute 7 kg abgenommen. Auf der ganzen Linie einen Gewinn.

Danke Heidi, danke Taya, danke Tara und danke der Köchin für diese wunderbare und manchmal auch schmerzhafte (körperlich und seelisch) Zeit. Diese Erfahrung ist eine Bereicherung.

Chris 26. August 2012

Eingetragen am: 30.08.2014
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