Reise und Behandlung

Großer Szenenwechsel, aber immer noch Indien:
Ayurvedakur in Kerala.

Mit dem Nachtzug fuhren ich und eine Engländerin, die zum Glück auch nach Trivandrum reisen wollte abends in der Nähe vom Shantivanam Ashram los und kamen nach einmal Umsteigen gegen Mittag in Trivandrum an, schon nahe an der Südspitze Indiens.

Der Nachtzug war erstaunlich angenehm, Man konnte gut liegen, die Toiletten (Stehtoiletten) waren sauber und auf den Liegen uns gegenüber reiste ein Mutter mit zwei Söhnen, was auch sehr angenehm war. Meinen Rucksack kettete ich zwar unter dem Bett fest, aber wahrscheinlich wäre es nicht nötig gewesen.
Auf den Bahnhöfen fielen wir natürlich auf, aber es hielt sich in Grenzen.
Erster Eindruck von Kerala

Erstaunlich, bei Tageslicht Kerala, diesem Bundesstaat im Südwesten zu begegnen. Wirklich ein anderes Land als Tamil Nadu: Überwiegend bewaldet (meist Kokospalmen), während Tamil Nadu überwiegend aus trockenem Grasland oder Feldern bestand. Und viele sehr schöne große Häuser gibtes in Kerala! Nur wenige relativ kleine sehr arme Siedlungen sind mir vom Zug aus zu Gesicht gekommen. Wie ich inzwischen erfahren habe, sind Hauptgründe zum einen die Nähe der Golfstaaten, wo viele Familienangehörige arbeiten und das Geld zu Hause investieren. Zum Anderen herrschte hier seit der Unabhängigkeit Indiens überwiegend eine kommunistische Regierung oder Linkskoalition, die durch Übereignung von Land an vorher abhängige Arbeiter, durch massive Bevorzugung unterprivilegierter Kasten bei der Stellenvergabe und massive Hilfen beim Hausbau für arme Familien zu einer breiteren Verteilung des Wohlstandes beitrugen. Wieweit auch Geschichte und Mentalität, die auch anders sind, eine Rolle spielen kann ich schlecht beurteilen. Die Keralesen sind tendenziell grösser und freier in ihrem Auftreten als die Tamilen.
Die Lage am arabischen Meer spielt wohl eine grosse Rolle.

Behandlung beginnt

So, und nun wohne ich in einem geräumigen Haus mit schöner Dachterrasse und rundherum viel Grün – vor allem wieder Kokospalmen und Bananenbäume – , habe ein Zimmer mit Mückenschutz an den Fenstern, so dass ich ohne Moskitonetz auskomme und ein gekacheltes Bad mit Sitztoilette!
Dreimal täglich leckere Mahlzeiten und, zunächst jedenfalls, morgens und abends je ca. 1 Stunde Massage! Morgens mit einem Kräuterpulver und abends mit reichlich Öl. Ausserdem nehme ich noch verschiedene Kräutertabletten, dusche mit Kräuterabsud und erhole mich von den Massagen und Mahlzeiten. Es ist einfach toll.

Heidi und ihr indischer Mann (ich weiss noch nicht, wie sein Name geschrieben wird) sind sehr nette und interessante Menschen, so dass der Gesprächsstoff auch nicht so schnell ausgehen wird.
Außer mir sind zurzeit noch drei Leute hier.

Zwei freundliche Frauen helfen im Haushalt.

Einziger Wermutstropfen ist das einwöchige Tempelfest, das mit einer fast ganztägigen Musikbeschallung aus überall aufgehängten Lautsprechern verbunden ist. Bis Sonntag und dann noch mal am Mittwoch, einem besonderen Feiertag: 24 Stunden Beschallung. Das ist der einzige Tag im Jahr, an dem Gott Shiva, der durch seinen Tanz die Welt in Bewegug hält schläft – und da müssen die Menschen mit Gesang und Musik seine Arbeit übernehmen. Erst wollte ich noch mal für eine Woche abreisen, habe mich dann aber doch mit Ohrenstöpseln und Meditationsmusik über Kopfhörer sowie Gewöhnung mit der Sache arrangiert. Manche Musik ist auch ganz schön, manche aber recht gewöhnungsbedürftig (eintönige Gesänge, Tröten und Scheppern, um es ganz undiplomatisch zu sagen)
So freuen wir uns alle auf das Ende dieser Tage. Vielleicht wird es dann schwierig, sich an die Stille zu gewöhnen? Also ein kleines Paradies mit Auflagen – jedenfalls bin ich dennoch froh, hier gelandet zu sein!

Wen’s interessiert findet Näheres unter www.ayurveda-intensiv.de

Sehr schade, dass Ihr nicht einfach mal herkommen könnt, ich würde es jedem gönnen(nach nächstem Mittwoch)
So hoffe ich, ihr findet eure Erholungsräume und
grüsse ganz herzlich!

Vera

Kizhi vorber

Eingetragen am: 03.03.2014
Thema: Gäste berichten

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