Es war einfach an der Zeit, eine Ayurveda-Kur zu machen

Nach einer schwierigen Zeit im Frühjahr diesen Jahres faßte ich den Entschluß eine Ayurveda-Kur zu machen. Es war einfach an der Zeit.
Seit meiner Pupertät plagte ich mich mit Magen- Darmproblemen herum. Immer wieder abgeklungen setzte ich mich nie richtig damit auseinander. Nach zwei Indienreisen mit Bakterien etc. im Gepäck begab ich mich schließlich in Behandlung an der Charité in Berlin. Man stellte Laktoseintoleranz fest und ich wurde wegen Reizdarm-Syndroms behandelt.
Mir konnte nicht wirklich geholfen werden, so dass ich mich im Frühjahr diesen Jahres entschloss eine Ayurveda-Kur in Indien zu machen. Nach etwa dreistündiger Recherche im Internet stand fest, dass ich vier Wochen im Haus Arnika verbringen möchte.

Nach einem Kurzurlaub in Nordindien gewöhnte ich mich sehr schnell im Haus ein.
Die Wärme, der schwere Duft Indiens, die Feuchte. Der zu Indien gehörende Lärm (in diesem Fall Musik  jeglicher Art aus Anlass des Onam-Festes). Ich fühlte mich rundum wohl

Schon am Morgen nach meiner spätnächtlichen Ankunft, kam der Doktor zur Visite und legte den vorläufigen Behandlungsablauf fest, verschrieb die ersten Medikamente.
Am zweiten Tag schon war meine Darmtätigkeit verändert. Während ich vorher vier bis fünfmal am Tag auf die Toilette gehen musste, genügte ab heute ein Mal. Aber trotz des Erfolges blieb ich vorerst skeptisch. So ein Jahre altes Problem wird sich doch wohl nicht an zwei Tagen in Wohlgefallen auflösen?

Die ersten Tage vergingen langsam, träge schleppte ich mich vom Frühstück zur Behandlung, ruhte danach eine Stunde, dann war die Mittagszeit schon wieder ran. Nach einem abwechslungsreichen Mahl, ruhte ich wieder bis zur nächsten Behandlung, wieder ruhen
– auf der Dachterrasse mit Blick über die Palmen und Musik von den nahen Tempeln und schlitzohrigen Krähen. Bis schließlich die Abendbrotszeit nahte und nach dem gemeinsamen Essen, die Arznei-Andacht stattfand. Früh bin ich zu Bett gegangen und war meist schon kurz nach 5 Uhr wach. Zu Beginn empfand ich die einzelnen Behandlungen immer ganz angenehm, doch bei einigen stellte sich schon nach kurzer Zeit ein seltsames Unwohlsein ein. So auch beim Kizhi, das Abklopfen mit den Kräuterbeuteln empfand ich nach einigen Behandlungen als unangenehm, ja ich wurde regelrecht aggressiv und ruhelos, konnte aber eigentlich keinen Grund finden. Im Gespräch mit Heidi, wurde dann klar, dass unangenehme Ereignisse aus der Vergangenheit die körperlich gespeichert wurden nun freigesetzt wurden. Keine Einfache Zeit für mich. Für die Gespräche mit Heidi bin ich sehr dankbar, sie waren hilfreich, sehr tiefgehend und warm aber auch lustig und witzig.

Auch äußerlich veränderte sich mein Körper. Es fing mit roten Flecken auf den Unterarmen an, dann bekam ich Pickel erst auf den Armen, dem Rücken und der Brust sowie im Gesicht. Mithilfe einer Paste konnte aber in einigen Tagen wieder ein normales Hautbild hergestellt werden. Heidi warnte mich jedoch vor, diese Ausbrüche könnten wieder kommen, die Behandlung verläuft meist in Wellen.

Ich verlor mit der Zeit Gewicht, sieben kg waren es bis Ende der Kur nach vier Wochen. Da ich von meiner Statur ohnehin recht schlank bin, ist das Liegen auf den, wenn auch gepolsterten, Holzliegen nicht immer angenehm gewesen. Insbesondere bei Behandlungen,
zu denen man still liegen mußte, wie beim Shirodhara. Als sehr angenehm empfand ich das Pizichil, wenn eine Stunde lang Lappen mit Öl über meinem Körper ausgewrungen wurden. Ich hatte das Gefühl, in dem Öl zu schwimmen. Was die Intensität beispielsweise der Abyanga angeht, die Temperatur im Schwitzkasten oder die Temperatur des Öls sollte man immer sofort mit den Masseuren sprechen, jeder empfindet anders. So war ich letztlich auch ein wenig erleichtert die Behandlungen hinter mir zu haben.

Die Enduntersuchung ergab dann, dass die Doshas wieder ausgeglichen sind. Der Arzt war zufrieden, ich war es auch, wenngleich sich etwas Skepsis noch hielt.

In Deutschland war die Umstellung dann nicht sehr leicht. Ich ging sofort wieder arbeiten, merkte jedoch, dass ich noch immer Patient war und am frühen Abend sehr müde wurde.
So behielt ich dann auch noch den Tagesrhythmus von Indien bei. Um 6 h aufstehen und vor 22 h ins Bett. In der ersten Woche bekam ich wieder ganz stark Pickel im Gesicht.
Nun, nach etwa drei Wochen, sind diese jedoch fast schon wieder verschwunden.

Von der Laktoseintoleranz bin ich geheilt.

Was meinen Darm angeht, bin ich noch unsicher. Während einer sehr stressigen Arbeitswoche fiel ich wieder in das alte Schema zurück. Sollte nun alles umsonst gewesen sein? Eine starke Änderung soll es nach ein bis drei Monaten geben. Ich bin guter Dinge, von der  Ayurveda-Kur überzeugt und denke, dass es mir bald wieder besser gehen wird.

Sebastian, Oktober 2008
Wiederholung einer Behandlung 2010

Eingetragen am: 17.10.2008
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