Die fünfte Ayurveda-Kur

Im September 2008 brach ich zu meiner fünften Ayurveda-Kur auf,
die mich zum dritten Mal nach Kerala führte.

2005 war ich in Sree Sankara Garden, 2006 in einem Hospital in Alleppey.
2004 und 2007 machte ich Kuren in zwei verschiedenen Einrichtungen in Sri Lanka.

Auf die Idee, Ayurveda-Behandlungen in einer Familie durchführen zu lassen,
brachte mich ein Singhalese, mit dem ich auf dem Flughafen in Colombo ins Gespräch kam.

So entschied ich mich für eine Kur im Haus „Arnika“ bei Heidi und Jaya.

Wie sich herausstellte, war die Zeit für eine intensivere Behandlung zu kurz.
Der Rhythmus 21 oder 28 Tage, der meistens angeboten wird, ist nicht sinnvoll.
Es sollten mindestens 24 oder 32 Tage sein, weil nach jedem Behandlungszyklus
von sieben Tagen immer ein Reinigungstag erfolgen muss.
Das sagt einem in einer Agentur leider keiner.

Heidi hätte es geraten, weil sie über langjährige Erfahrung verfügt und
die Meinung des Ayurveda-Arztes kennt, der mindestens 32 Tage braucht,
um erfolgreich behandeln zu  können.

Bedenken zerplatzt wie Seifenblasen

Natürlich hatte ich vorerst auch Bedenken:

Wie viel Nähe kann ich ertragen?
Kann ich mich jederzeit zurück ziehen?
Wie ist es, in einer Familie zu leben – was mir von Haus aus fremd ist.

Meine Bedenken zerplatzten wie Seifenblasen.
Ich fühlte mich bereits in den ersten Tagen gut aufgehoben, liebevoll umsorgt
und mit meiner Problematik wirklich aufgefangen.

Ausgesprochen positiv und wohl durchdacht empfand ich die Idee,
Hauskleider und Lunghis zur Verfügung zu stellen, um die eigene Kleidung
vor Ölflecken oder Ölgerüchen zu bewahren. Ganz abgesehen davon
braucht man dadurch nur wenig Fluggepäck.

Über die „treatments“ kann ich nur Positives berichten. Ich hatte z.B. noch nie ein
so intensives und wohltuendes Pizhill wie im Haus Arnika. Auch alle anderen Behandlungen
wurden professionell und gründlich durchgeführt.

Machte man Heidi auf Störendes während der Behandlungen aufmerksam,  wurde das sofort behoben.

Zwei Treatments

In der Regel bekommt man täglich zwei treatments, selten mehr.
Manchmal erhielt ich noch Fuß-und Gesichtsmassagen. Die beiden Behandlungen
( eine  Vormittags, eine am Nachmittag) waren voll ausreichend, denn hinterher brauchte ich
z.B. viel Zeit, um mich auf der schönen Dachterrasse ausruhen zu können.
Nach dem Pizhill war ich so schlapp, dass mir 30 Minuten nicht ausreichten.
Man braucht eher länger und sollte die empfohlenen Ruhezeiten zumindest voll nutzen.
Der Blick auf die sanft wiegenden Palmen oder das Prasseln der heftigen Regengüsse
trugen zur Entspannung bei.

Mit der Kompetenz und Gründlichkeit des Ayurveda-Arztes war ich sehr zufrieden.
Er musste wegen meiner Beschwerden – chronische Verstopfung –
in der ersten Woche täglich kommen und suchte unermüdlich nach verschiedenen
Ayurveda-Medikamenten ,  um mir Erleichterung zu verschaffen.

Heidi stand mir ebenfalls mit ihrem Erfahrungsschatz  fürsorglich und ausdauernd zur Seite.
Da sie viele Therapieformen beherrscht, konnte sie mir sehr helfen. Z.B. machte sie eine spezielle Fußreflexzonenmassage, um die Darmtätigkeit zu unterstützen.

Aber auch die Gespräche mit ihr waren anregend und weiterführend.
Wegen meiner zu geringen Englischkenntnisse konnte ich mit Jaya und
dem Doktor nicht ohne Heidis Übersetzung sprechen.

Die harmonische Atmosphäre im Haus, Heidis und Jayas Hilfsbereitschaft und Anteilnahme,
das abwechslungsreiche, farbenfrohe, köstliche keralische Essen trugen neben
vielem anderen ebenfalls zur Entspannung und Gesundung bei.

Allerdings ist Indien laut.
Das Leben beginnt dort bereits um 5.00 Uhr in der Frühe,
so dass ich oft durch störende Geräusche unsanft geweckt wurde.
Man lernt jedoch ziemlich bald, sie auszublenden oder zu überhören.

Zusammenfassend kann ich sagen:
Ich habe meinen Ort für weitere Ayurveda-Kuren bei Heidi und Jaya gefunden und hoffe,
im kommenden Jahr fünf Wochen bei ihnen kuren zu können.

Zum Schluss:
Wer sich zeitlich und finanziell eine Kur leisten kann, sollte möglichst
32 Tage dafür einplanen.
Aus meiner Sicht und den Erfahrung mit vier anderen
Ayurvedakur-Einrichtungen ist dieser Ort besonders zu empfehlen,
weil er sehr preiswert und leistungsstark ist.

Heide   September 2008

Eingetragen am: 29.09.2008
Thema: Alle Artikel, Gäste berichten

Noch keine Kommentare zu »Die fünfte Ayurveda-Kur«

Haben Sie eine Frage oder einen Kommentar?