Geduld und Gelassenheit

In Indien lernt man Geduld und Gelassenheit, d.h. man hat keine andere Wahl.
Man muss sich diese „Tugenden“ aneignen, damit es möglich ist, denn eigenen Stress so gering wie möglich zu halten, wenn etwas nicht so funktioniert, wie man es gerne hätte.
Anlaß darüber zu schreiben ist für mich die Erfahrung, im Dezember 2007  17 Tage keinen Internet-Anschluß zu haben und 14 Tage davon auch keinen
Telefonanschluß (im Festnetz).
Im Januar 2008 hatte ich ebenfalls 10 Tage keine Internet-Zugang. Vom Provider bekamen wir immer wieder Telefon Nr. genannt, an die wir uns wegen Hilfe wenden sollten.
Aber: Entweder meldete sich niemand oder die Meldung kam, dass das Handy abgeschaltet ist.
Erst als wir einen „complaint-letter“ im Hauptbüro abgegeben haben und ich der zuständigen Dame erklärte, dass ich am nächsten Tag in ihr Büro  kommen werde
und so lange sitzten bleibe, bis der Interentzugang wieder möglich ist, setzte sich
was in Bewegung. Sie rief einen Angestellten, gab eine Anordung und versicherte mir,
dass am nächsten Tag alles in Ordnung gebracht wird.
Tatsächlich kam der Techniker — und in zwei Minuten war der Internetzugang möglich.
Da kann man nur staunend den Kopf schütteln.
Leider kann ich das nicht so elegant, wie es die Inder können – das Kopfschütteln, bzw. mit dem Kopf so bezaubernd wackeln.
Und meine Gedanken sind darüber oft so wirr, wie die Strom- und Telefonleitungen hierzulande.

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Eingetragen am: 24.01.2008
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2 Kommentare zu »Geduld und Gelassenheit«

  1. Also in den hiesigen Nachrichten, ich bin in Wien, hiess es, dass ein Verteilerkabel im Meer von einem Schiff beschaedigt worden sei und damit sogar auch die Verbindung bis nach Indien betroffen sei. Ich muss ehrlich sagen, ich hab nicht sehr gut aufgepasst, vor allem weil ich ja glaubte, dass Telefon und Internet alles ueber Sateliten liefe.
    Allerdings kann das natuerlich mit deinem Problem auch gar nix zu tun haben.
    In Mexico hatten wir frueher immer Probleme in der Regenzeit und einmal hab ich mich da auch zu einem Techniker hingestellt, der da gerade „reparierte“. Er zeigte mir, was er da an sensiblen kleinen Dingern austauschen muesse, wobei schon allein die Luftfreuchtigkeit ohne den Dauerregen und er bloss so behelfsmaessig unter einem kaputten Schirm, die Sache schon zum Scheitern verurteile bevor er es noch einsetzen koenne!
    Und bei einer Freundin lagen viele Jahre regelmaessig zu dieser Zeit die Telefonkabeln im Wasser und sie hatte also kein Telefon, erst seit die Mobiltelefonie und damit Konkurrenz aufkam, hat sich die Telefongesellschaft mehr Muehe gegeben, aber trotzdem zaehlt Mexico zu den Laendern, wo am meisten nun alles ueber Mobiltelefonie funktioniert, einschliesslich auch schon Internet.
    Und wenn hier die Metro 8 Minuten hat, das ist das bereits eine „Katastrophe“, aber eine Minute „zu spaet“ kommen fuer die Leute eben auch, ich weiss nicht, ob dieser selbstgestrickte Stress schlussendlich die Menschen dann doch kranker macht, selbst zum Wellness wird gehetzt!
    Liebe Gruesse, vorerst wieder einmal aus Wien

  2. Hallo Angelika,
    danke für Deinen Beitrag, der uns erinnert, dass in vielen Ländern der Welt die Technik eben nicht so einwandfrei funktioniert, wie man es aus Europa gewöhnt ist.
    Ich gebe Dir völlig recht mit dem „selbstgestrickten Stress“
    den ich immer mehr beobachte, wenn ich in Deutschland bin.
    Heidi

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