Jedem Dosha seine Lebensmittel

Laut Ayurveda setzt sich alles, was existiert, aus den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum zusammen.
Unsere Lebensmittel machen da keine Ausnahme.

Auch die Doshas werden den fünf Elementen zugeordnet:
Vata ist durch Luft und Raum bestimmt.
Pitta wird von Feuer und Wasser geprägt.
Kapha enthält Erde und Wasser.
Deshalb gibt es für jedes Dosha  geeignete und eher ungeeignete Nahrung.
Als geeignet wird die Nahrung angesehen, die ein Dosha nicht erhöhen, bzw. die Fähigkeit besitzen, ein Dosha zu reduzieren.
Im Ayurveda gibt es keine Verbote ! Nur Empfehlungen!

Die ayurvedische Ernährung bevorzugt Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Getreide. Die Nahrung sollte möglichst natur belassen sein und stets frisch zubereitet werden. Rohkost nur sparsam verwenden, denn warme und gekochte Speisen sind leichter verdaulich als rohe und kalte.
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Fleisch, Fisch und Eier werden nur in kleinen Mengen empfohlen. Wichtig ist auch, nicht zu spät am Tag zu essen und nach dem Mittag leichte Kost zu bevorzugen. Denn Ayurveda geht davon aus, dass zum Abend die Verdauungskraft abnimmt.

Jede Mahlzeit sollte die sechs Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer, bitter, scharf und herb beinhalten.
Gewürze gelten als göttliche Nahrung, die heilende Kräfte besitzt.
Entsprechend vielfältig sollten Gewürze in der ayurvedischen Küche verwendet werden – immer unter Berücksichtigung des eigenen Dosha.

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Geeignete Lebensmittel für Vata-Typen:
Karotten, Gurken, rote Beete, Spargel, Zwiebeln, Knoblauch, grüne Bohnen, grüne Mungbohnen., Zuchini Kichererbsen in kleinen Mengen
Süßes Obst wie Aprikosen,, Pflaumen, Datteln, Pfirsiche und süßeTrauben, Mangos
Alle Nüsse und Samen in kleinen Mengen
Reis ist bes. gut, dann Weizen und Dinkel ,sowie etwas Hafer
Alle Milchprodukte
Öl und Fett sind wichtig für die „Ölung“ der Nerven. Gute Öle sind Sesam-, Sonnenblumen-, Senfsamenöl
Weniger empfehlenswert:
Kraut, Rosenkohl, rohe Tomaten und Paprika, Auberginen , Erbsen.
Hirse, Mais und Roggen sollte weniger gegessen werden, da sie zu “trocken und leicht“ sind.
Saure Früchte, Bananen und Melonen

Für Vata-Typen wertvolle Gewürze: Ingwer, Fenchel, Anis, Kardamom, Zimt, Cumin (Kreuzkümmel), Senfkörner, Lorbeer, Thymian, Basilikum

Geeignete Lebensmittel für Pitta-Typen:
Süße, bittere und herbe Gemüsesorten wie Gurken, Zucchini, Erbsen, Sellerie, Chicorèe, Blattsalate, alle Hülsenfrüchte außer Linsen, Kraut gekocht, Rosenkohl, Kohlrabi
Alle süßen Früchte
Reis, Lebensmittel aus Weizen, Hafer, Gerste und Soja
An Milchprodukten nur Butter, Milch und Hüttenkäse
Als Speisefette am besten Oliven-, Sonnen-, Soja- und Kokosöl
Weniger empfehlenswert:
Rettich, Spinat, Tomaten, Sauerkraut nur in kleinen Mengen
Alle Zitrusfrüchte und alle sauren Früchte wie Ananas, Johannisbeeren, saure Äpfel
Roggen, Mais und Hirse

Für Pitta-Typen wertvolle Gewürze (alle in geringen Mengen genossen): Koriander, Kardamom, Zimt, Fenchel, Safran, Kurkuma, Ingwer, frische Kräuter, Salz
Chilli, Senf, Knoblauch in größeren Mengen sind zu „heiß“, deshalb nur wenig

Geeignete Lebensmittel für Kapha-Typen:
Alle Blattgemüse, scharfe, bittere und herbe Gemüsesorten wie Endivien, Chicorée, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Kohl, Rettich, alle auch als Rohkost. Alle Hülsenfrüchte außer Soja und weiße oder schwarze Bohnen.

An Obst hauptsächlich Äpfel, Birnen, Beeren, Kirschen, Aprikosen, Mangos, Pfirsiche, Dörr- und Trockenobst
Lebensmittel aus Gerste, Buchweizen, Mais, Hirse, Roggen, Dinkel, aber wenig Reis
Eher Ziegen- als Kuhmilch – nur in kleinen Mengen, am Besten mit Gewürzen wie Ingwer, Zimt, Kurkuma
Fette nur in sehr kleinen Mengen, und zwar hauptsächlich Maiskeim-, Sonnenblumen-, Sesam-, Senfsamen-und Olivenöl
Weniger empfehlenswert:
Gurke und Zucchini, schwer verdauliche Hülsenfrüchte
Bananen, Aprikosen, Datteln, Papaya, Pflaumen nur selten und in kleinen Mengen
Reis, Weizen, Hafer wenig
Alle Fette nur sehr sparsam. Butter, Sahne können den Stoffwechsel stören

Für Kapha-Typen wertvolle Gewürze: Scharfe, wärmende Gewürze wie Ingwer, schwarzer Pfeffer, Chilli, Koriander, Kurkuma, Nelken, Kardamom, Zimt,
wenig Salz

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Eingetragen am: 16.11.2007
Thema: Alle Artikel, Ayurveda

14 Kommentare zu »Jedem Dosha seine Lebensmittel«

  1. Das ist ein sehr guter und interessanter Artikel. Ich mag ihre Seite sehr! Sie liefern hier sehr viel gute Information zum Thema Ayurveda.
    Ich habe nun auch ein Blog in dem ich über meine Erfahrungen zum Thema Ayurveda schreibe und versuche gute Tipps zu geben. Vielleicht möchten Sie ja mal vorbeischauen.
    Viele Grüße
    Marta

  2. Super 🙂

  3. Ich kann auf Ihren Seiten gute Informationen zu den Empfehlunen der Ernährung meines Doshas finden. Auch sonst finde ich sie wirklich sehr schön, übersichtlich und praktisch. Was ich jedoch nirgends im Netz einsehen kann ist, was ich tun kann, wenn mein Dosha gestört ist.

    Mein vorherrschendes ist eindeutig(st) Vata, trotzdem habe ich teilweise Probleme wie Kapha. Wirken denn nun Vata-erhöhende Maßnahmen besser oder Vata-harmonisierende?

    Evtl. haben Sie für mich ja eine Antwort darauf!

    Natürlich ein „Weiter-So!“ für Sie und Ihre Seite.

  4. Hallo Tanja,
    es ist für einen Laien nicht einfach, die eigene Konstitution (prakriti) und dann auch die Störung der Doshas (vakriti) genau zu erkennen.
    Wenn ein Dosha gestört, erhöht oder am „falschen Platz“ ist, hat das immer einen Einfluss auf die anderen Dosha.
    Welche Maßnahmen nötig sind, hängt nun von der Schwere der Störung, bzw. der Symptome ab.
    Welches sind die genauen Probleme bei der Vata-Störung, welche bei Kapha?
    Ist Vata stark erhöht? Dann müßten reduzierende Maßnahmen getroffen werden.
    Was verstehen Sie unter harmonisierenden Maßnahmen?
    Sind Kapha-Symptome akut, würden diese zuerst behandelt.
    Die stärksten, bzw. akuten Symptome werden in der Regel zuerst angegangen.
    Sie sehen also, wirklich nicht leicht, eindeutige Antworten zu geben. Sicher auch ein Grund, dass Sie im Netz
    keine genaueren Angaben finden können.
    Ayurveda ist ja bekannt für die individuelle Diagnose und Behandlung, in der der Mensch in seiner Gesamtheit gesehen wird.

    Nun ein Danke für Ihre positive Beurteilung meines Blogs.

  5. Ich bin jetzt im 3 Jahr erwerbsgemindert, hatte Burnout und einen Hirnschlag, bin daher ziemlich übergewichtig. Kann mir jemand Tips geben, bin zu 98% Kapha. Wäre für einen TIP sehr dankbar. Und noch eine Frage: Ich habe immer sehr Grapefruitsaft getrunken, gilt dieser jetzt als sauer, ich vermutete bislang eher als bitter.

    Vielen Dank

    +
    Vielleicht kann ich ja auch Infos haben, von jemandem der erfolgreich abgenommen hat mit Ayurveda.

    Danke
    O. von Oven

  6. Bitte die Ausführungen in meiner Webseite GENAU lesen!
    Dann wird wohl klar, dass es bei schwerwiegenden Problemen nicht mit einem TIP getan ist

  7. Habe mir sehr wegen der vielen gesundheitlichen Vorzüge OPC-Kapseln gekauft (Traubenkernextrakt). Leider ist das Traubenkernextrakt trocken und sehr bitter. Schon nach 2 Tagen bemerkte ich eine deutliche Erhöung von Vata (Unruhe, Schlafstörung, Blähungen). Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mit der Einahme des OPC zusammenhängt. Nun möchte ich aber trotzdem von den Vorzügen des OPC profitieren. Meine Frage, wenn ich die Kapseln mit Öl oder mit Sharkara einnehme, würde die Vata erhöhende Wirkung damit aufgehoben oder soll ich lieber ganz auf das OPC verzichten.

  8. Hallo,

    ich habe gelesen, dass man mit einer Vata-Konstitution eher wenig Kurkuma essen sollte. Welche ungewollte Wirkung hätte denn zu viel Kurkuma auf mich?

    Vielen Dank
    Anikó

  9. Hallo,
    Wieviel ist denn „eher weniger“, bzw. was ist denn zu viel?

  10. Hallo,

    Schöner Artikel,mein Typ entspricht Vata-Pitta.
    Esse täglich Hirsebrei zum Frühstück mit Datteln und Mandeln.

    Hirse soll ja Avatar erhöhend sein,besser Dinkelbrei?

    Danke und Gruß Rolf

  11. Hallo,

    Hirse wirkt trocken, dadurch kommt die Erhöhung von Vata.
    Mit Datteln, Mandeln UND etwas Sahne ist ein Ausgleich möglich

  12. Suche schon seit einiger Zeit lebenmitteltabellen oder Listen, die ayurvedische Lebensmittel aus Ost und west, nach den drei doshas , enthalen. Hat jemand einen tipp wo man so etwas finden kann, ob als PDF oder in Buchform, wäre super wenn es so etwas gäbe. Vielen dank

  13. Für mich (und auch für unsere Gäste) ist das Buch von
    Alexander Pollozek & Dominik Behringer
    „Die zeitlose Ayurveda-Küche“ /Narayana Verlag
    sehr informativ. Mit einer ausführlichen Nahrungsmittelliste.
    Und guten Rezeptvorschlägen.
    Ein weiteres Buch,das ich empfehlen kann zur Erklärung des
    Ayurveda: „Das große Ayurveda Buch“ von Dieter Scherer (Irisiana Verlag)

  14. Aus eigner Erfahrung kann ich sagen, dass mir für einen ersten Durchbruch das Fokussieren auf eine zentrale Veränderung, Bio-Gemüse aus der eigenen Region (in meinem Fall Schweiz, Kanton Schwyz) geholfen hat.
    Die zweite Erkenntnis ist, dass ich je mehr ich darüber lese und lerne, die Verwirrung immer grösser wird….

    Daher habe ich mir selber SEHR einfache Regeln gebaut: saisonales lokales Gemüse gedämpft, mit frischen Chilis und Gewürzen mindestens 750 g am Tag. 2x in der Woche Fleisch (max) ohne beschwerende Beilagen und kein Alkohol, kein Kaffee.
    Das, zusammen mit dem Biogemüse, hat zu 15kg Gewichtsverlust, massiv besserem Schlaf sowie einem fast nicht erträglichen (für meine Umwelt ;-)) Sprung an Kreativität geführt.

    Bin jetzt glaube ich in Phase 2 und versuche die Hintergründe, Zusammenhänge und Nuancen zu ergründen.

    Vielleicht hilft das anderen Lesern weiter auf dem Weg, die richtigen Fragen stellen zu können.

Haben Sie eine Frage oder einen Kommentar?