muss mir selbst etwas Gutes tun

Vor ein paar Tagen schrieb mir eine Frau:

< Mir geht es im Moment seelisch nicht gut, habe seit ein paar Tagen eine
<Trennung hinter mir, die für mich überraschend kam und sehr, sehr schmerzt.
<Ich bin mir jetzt nicht sicher, tut mir in dieser Situation Ayurveda-Anwendungen
<überhaupt gut oder können die Massagen und Ölgüsse mich eventuell noch mehr
<aufwühlen, als ich es ohnehin schon bin. Hier spüre ich jeden Tag was anderes.
<m ersten Moment dachte ich, das tut mir gut, ich muss mir jetzt selbst was
<Gutes tun.

Meine Antwort
Die Erfahrung zeigt, dass es in der Regel besser ist, sich dem Schmerz, der Trauer UND der Wut zu stellen. Also all den Gefühlen, die auftauchen. Dies ist nur möglich, wenn wir uns dafür die Zeit und den dafür nötigen Rahmen geben.
Verschiedene Massagen und entspannende Behandlungen (Shirodara) wären deshalb durchaus sinnvoll.
Frägt sich nur, ob Sie dort, wo sie die Ayurveda-Behandlungen machen wollen, auch das Gefühl haben, in einem verständnisvollen Umfeld aufgehoben zu sein.
Ich habe hier wiederholt die Erfahrung gemacht, dass schmerzliche Erinnerungen, Ängste, Trauer usw. hochkamen. Unsere Therapeuten hier in Indien waren dadurch zuerst verunsichert, da sie es nicht gewöhnt waren, mit starken Gefühlen zu rechnen.
Ich dagegen konnte in diesen Situationen mit meiner Erfahrung gut unterstützen.
Unsere Gäste empfanden dies auch immer als sehr hilfreich.(Lesen Sie dazu auch deren Berichte. In dieser Richtung immer wieder etwas erwähnt)

< jetzt wiederum kommt mir eher vor, dass ich mich lieber irgendwo
< bewegen möchte, dass mir Ablenkung gut tut –

Das sind von uns gebrauchte Abwehrmechanismen!! Bewegung, Ablenkung gehören fast immer dazu. Manchmal „erstarren“ Menschen auch. Ihre Reaktion hängt z.T. von Ihrer Konstitution ab, d.h. welche Dosha-Zusammensetzung der jeweilige Mensch mitbringt.

Oft ist es in einer jeweiligen Situation unbedingt nötig, dass wir all unsere Gefühle ins Unterbewusstsein drängen. Wir könnten den unglaublichen Schmerz nicht aushalten oder stoßen damit auf großes Unverständnis oder unsinnige Ratschläge.
Teilweise müssen wir auch einfach weiter „funktionieren“, in der Arbeit, vor Kinder usw.
Aber Verdrängung ist eben Verdrängung und keine Lösung. Die Gefühle lösen sich leider nicht einfach in Luft auf. Sie führen ein Untergrunddasein und können da recht zerstörerisch wirken. Viele organische Erkrankung lassen sich darauf zurück führen.
Im Ayurvieda geht man von der ganzheitlichen Sichtweise aus, dass Körper, Geist und Seele immer eine Einheit sind und in Wechselwirkung zueinander stehen.
Jeglicher Stress, ob körperlicher, seelischer oder mentaler Art erhöht Vata.
Die Folge von zu stark erhöhtem Vata zeigen sich als Konzentrationsstörung, als Schlaflosigkeit, Nervosität, Ängstlichkeit, Depression. Auf körperliche Ebene können Kopfschmerzen, Rücken- und Gelenksschmerzen auftauchen und einiges mehr an Beschwerden, wenn nichts getan wird um Vata zu reduzieren.
Genau das ist ja das Anliegen von Ayurveda: Die aus der Balance geratenen Doshas wieder ins Lot zu bringen.
Nicht nur die körperlichen Symptome sollen und können geheilt werden. Auch das seelische Befinden bessert sich automatisch, wenn die Doshas wieder in ihrem normalen Gleichgewicht sind!
Wir können auch vom anderen Ende beginnen und an der „Seele arbeiten“
Meiner Erfahrung nach ist es das Beste, auf allen Ebenen etwas zu tun, um so schnell wie möglich wieder in die innere Mitte zu finden, d.h. ausgeglichen auf die Herausforderungen des Lebens reagieren zu können.

Sie müssten sich also klar werden, wie sich entscheiden: Verdrängen oder Bearbeiten/Verarbeiten – und dazu Ayurveda-Behandlungen als Unterstützung annehmen. Ich hoffe meine Ausführung können Ihnen dazu eine kleine Hilfe sein.
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wenn die harten Panzer der Gefühle geknackt sind, kann wieder Hoffnung und Lebensfreude sprießen.

Eingetragen am: 07.11.2007
Thema: Ayurveda

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