Pluralismus

In einer  Diskussion ging es um die Frage, wieweit  und auf welche Weise  in einem Land die unterschiedlichen Gruppen, Religionen, Kulturen  integriert werden können, ohne die eigenen traditionellen Werte zu verlieren.
Dabei sei es  wichtig zu unterscheiden, ob es sich um Kultur oder um Religion  handelt.
Vielfach werden diese beiden Bereiche vermischt, bzw. wird Kultur gesagt und Religion ist gemeint.
Hier in Indien ist es garnicht möglich, diese zwei Bereiche auseinander zu halten. Im Alltag spielt die Religion eine herausragend wichtige Rolle. Egal, ob Hindus, Moslem, Christen, Sikh oder sonst eine von den vielen Glaubensgemeinschaften in diesem großen Land.
Ca. 80% der Bevölkerung sind Hindus. Eine Ausnahme ist hier wieder einmal Kerala.
Ungefähr jeweils ein Drittel gehört den drei großen Religionen an. Dies ist dann
auch überall zu sehen an den Tempel, Kirchen  und Moscheen, die oft in unmittelbarer Nähe in schönster Eintracht nebeneinander gebaut sind.

Kleiner Tempel vor einer Moschee

tempel-moschee-c.jpg

Ziemlich nah ist eine große Kirche zu sehen.

moschee-kirche-triv-c.jpg

Es gibt und gab da wohl nie Probleme, ob nun eine Kirche neben eine Moschee paßt.
Was in Deutschland schon Anlaß zu heftigen Auseinandersetzungen gibt, weil ja eine Moschee z.B. nicht in die Gebirgslandschaft von
Garmisch Partenkirchen paßt oder das Stadtbild von Hamburg stören würde.
Ein anderes, erstaunliches Beispiel für das mögliche Miteinander las ich heute in dem Buch „Weltmacht Indien“ v. Olaf Ihlau (S.133)
„Vier Fünftel der über 1,1 Milliarden Inder bekennen sich zur Religion des Hinduismus.
Gleichwohl war im Sommer 2006 mit dem Raketenwissenschaftler Abdul Kalam ein
Muslim Indiens Präsident, mit dem Wirtschaftsexperten Manmoham Singh ein Sikh Regierungsschef und mit Sonia Gandhi eine katholische Italienerin die Führerin der wichtigsten Partei- wäre solch ein Pluralismus denkbar an der Staatsspitze in einem islamischen Land?“ (Zitat-Ende)

Eingetragen am: 18.10.2007
Thema: Alle Artikel, Land und Leute

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